Neues Servicezentrum der Appenzeller Bahnen nimmt Gestalt an

Die Appenzeller Bahnen (AB) planen in Appenzell im Gebiet «Rothus-Süd» entlang der Eisenbahnstrecke Appenzell-Weissbad ein neues Servicezentrum. Die umfassende Modernisierung der Appenzeller Bahnen bietet die Chance, die Werkstattinfrastrukturen an den zwei Standorten Appenzell (neu) und Speicher (bestehend) auf einen homogenen Fahrzeugpark auszurichten. 2017 wurde ein Studienauftrag durchgeführt, 2021 soll das Servicezentrum in Appenzell in Betrieb genommen werden. Ein Beurteilungsgremium sowie der Verwaltungsrat der AB haben das Gewinnerobjekt bestimmt. Es wurde am Mittwoch, 24. Januar 2018, den Anwohnern präsentiert.

Das Werkstattkonzept der Appenzeller Bahnen sieht zwei Standorte vor: In der bestehenden Werkstatt Speicher wird die präventive Instandhaltung (Wartung, kleinere Reparaturen, etc.) durchgeführt. Die dazu nötigen Anpassungen wurden im Januar 2018 abgeschlossen. Im geplanten Servicezentrum in Appenzell werden ab 2021 umfangreiche Instandsetzungs- und Revisionsarbeiten an den neuen Zügen gemacht.

Konzept, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit
Von Mai bis September 2017 fand ein Studienauftrag statt, bei welchem sechs Architektenteams mitgemacht haben. Im Oktober letzten Jahres beurteilte ein breit abgestütztes Beurteilungsgremium die einzelnen Projekte anhand vorgegebener Kriterien. Nebst der architektonischen Konzeption wurden auch Funktionalität und Zweckmässigkeit sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bewertet. Der Entscheid fiel auf das Team Finger Architekten / Stalder Landschaften, St. Gallen. Das Team überzeugte vor allem durch eine klare und übersichtliche Erscheinung der Anlage, die natürliche Belichtung sowie eine optimale Führung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer.

Rollmaterial und Infrastruktur unter einem Dach
Appenzell ist aus betrieblicher Sicht der optimale Standort für ein Servicezentrum. Die Pendlerströme fliessen am Morgen von Appenzell Richtung St. Gallen bzw. Gossau und am Abend zurück. So können Leerfahrten mit Zügen auf ein Minimum reduziert werden. Im Servicezentrum werden zukünftig die Fachdienste für den Unterhalt der Züge und der Infrastruktur unter einem Dach zusammenarbeiten. Das schafft diverse Synergien – sowohl in den Arbeits- wie auch in den Gemeinschaftsräumen. So wird der Standort Appenzell zu einem zentralen Punkt, etwa für die Reinigung oder das Lokpersonal. Die Appenzeller Bahnen bieten in Appenzell mit dem neuen Servicezentrum ca. 60 bis 70 Arbeitsplätze.
Die verwinkelten Räumlichkeiten im Schuppen beim Bahnhof Appenzell können umgenutzt werden. Mit der Inbetriebnahme des Servicezentrums werden die Werkstätten Herisau und Gais aufgehoben. Dort sind aufgrund der freiwerdenden Fläche Arealentwicklungs-Projekte im Gange.

Zeitplan Servicezentrum Appenzeller Bahnen
Im 2018 erfolgt eine intensive Planungsphase durch die Architekten, Ingenieure und Verantwortlichen seitens Appenzeller Bahnen. Es ist vorgesehen, das Bauprojekt im ersten Quartal 2019 öffentlich aufzulegen. Geplant ist der Start der rund eineinhalbjährigen Bauphase anfangs 2020. Die Eröffnung des Servicezentrums und die damit einhergehende Schliessung der Werkstätten Gais und Herisau ist auf den Herbst 2021 vorgesehen. Die 16 neuen Fahrzeuge (11 für die Linie Trogen-St.Gallen-Appenzell und 5 für die Linie Gossau-Appenzell-Wasserauen) werden 2018 schrittweise ausgeliefert. Bis zur Inbetriebnahme des Servicezentrums werden die neuen Züge in den Werkstätten in Speicher und Gais unterhalten. Das Budget für das Servicezentrum beträgt CHF 43 Mio.

Hinweis
Das Siegerprojekt (Visualisierungen und Modell) ist ab Montagmittag, 29. Januar bis am Freitag, 23. Februar 2018 am Bahnhof Appenzell (Verkaufsstelle) ausgestellt. Es ist während der Öffnungszeiten zugänglich:

  • Montag bis Freitag 7.30 bis 18 Uhr
  • Samstag/Sonntag 8 bis 11.45 Uhr und 13.15 bis 18 Uhr

©Finger Architekten / Stalder Landschaften, St.Gallen

©Finger Architekten / Stalder Landschaften, St.Gallen

 

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Von |2018-03-07T15:18:49+00:00Februar 7th, 2018|Verkehr|0 Kommentare

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