Zukunft mit zwei Verkaufsstellen

Die Appenzeller Bahnen (AB) sind stark von den nationalen Entwicklungen im Billett-verkauf abhängig. Der SwissPass und mobile Lösungen beherrschen den Markt mehr und mehr. Dies hat einen Einfluss auf den klassischen Verkauf am Billettschalter. Die AB werden die heutigen Verkaufsstellen in Speicher und Teufen 2018 schliessen und an deren Stelle den Billettverkauf an einen Partner auslagern. Appenzell und Heiden bleiben wie bisher AB-Verkaufsstellen.

 

Seit Sommer 2016 erhalten die Fahrgäste in der ganzen Schweiz den SwisPass, wenn sie ein Halbtax oder GA erwerben. In den nächsten Monaten werden auch Tarifverbunde im SwissPass integriert. Die Abos werden automatisch verlängert, was den Kunden den Gang zum Billettschalter erspart. Gleichzeitig nutzen die Fahrgäste immer mehr die Ticket-Apps von der SBB, Ostwind oder Fairtiq auf mobilen Geräten.

«Die Digitalisierung im Vertrieb ist in vollem Gange. Die Appenzeller Bahnen müssen sich dem Mobilitätsverhalten der Fahrgäste anpassen», so Sabrina Huber, Leiterin Marketing/Verkauf. Der Trend zum Online-Kauf wird sich in den nächsten Jahren weiterhin rasant entwickeln. Diese Entwicklungen zwingen die AB, den verkauf neu zu strukturieren. Die mit den Schliessungen einhergehenden Personalveränderungen können über die natürliche Fluktuation aufgefangen werden.

 

Attraktive Zentren schaffen

Die Schliessung des klassischen Verkaufs in Speicher ist auf Ende März 2018 und in Teufen auf Ende Dezember 2018 vorgesehen. Der halbjährige Bahnersatz zwischen St.Gallen und Teufen (April-Oktober 2018) im Rahmen der Modernisierung der Appenzeller Bahnen haben die AB bewogen, den Verkauf in Teufen in dieser Phase personell bedient zu lassen. «Die Verkaufsstellen der Appenzeller Bahnen geben den Bahnhöfen eine belebte Atmosphäre und Laufkundschaft», sagt Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen, und fügt hinzu: «Wir wollen daher auch weiterhin die Bahnhöfe als attraktive Zentren aufrechterhalten und sind in Verhandlung mit einem potentiellen Partner für Speicher». Dieser soll die Dienstleistung des Ticketverkaufs (reduziertes Sortiment) im Auftrag der AB übernehmen. In Teufen kann bereit heute im Mercato-Shop ein entsprechendes Ticket-Sortiment gekauft werden. AN diesem Angebot und damit auch an der Präsenz der AB in der Fläche wird festgehalten. Für telefonische Auskünfte rund um den öffentlichen Verkehr und Bestellungen stehen den Fahrgästen die Mitarbeitenden von den Verkaufsstellen Appenzell und Heiden zur Verfügung.

 

Kundendienst vor, während und nach der Reise

Den Appenzeller Bahnen ist ein angemessener Kundendienst ein grosses Anliegen. Mit der Schliessung der Verkaufsstellen haben sie darum Ersatzmassnahmen eingeleitet, sodass die Kundschaft auch weiterhin vor, während und nach den Reisen gut informiert ist. So werden beispielsweisen die Zugbegleiter noch eingehender auf das Ticketsortiment geschult. Ausserdem bieten die Appenzeller Bahnen in Zusammenarbeit mit Pro Senectute bereits heute Kurse an, an welchen die Bedienungen der Billettautomaten und Ticket-Apps erklärt wird. Die Mitarbeitenden an den Verkaufsstellen Appenzell und Heiden sind mehr und mehr mit kundendienstelichen Situationen konfrontiert so zum Beispiel die Korrektur eines falsch gelösten Online-Billets und werden dahingehend auf den neuesten Stand gebracht. In Heiden und Appenzell sind – insbesondere in den Sommermonaten – auch sehr viele touristische Auskünfte gefragt. Für den Wissenstransfer bieten die beiden Tourismusorganisationen (AR und AI) regelmässige Schulungen für die AB- und Mercato-Mitarbeitenden an.

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Von |2018-01-07T15:07:24+00:00September 18th, 2017|Verkehr|0 Kommentare

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