Kein rascher Vollausbau – aber Stadt will Kinderhort retten

Im Riethüsli soll es keine vorgezogene Einführung eines Vollangebots der Tagesbetreuung für Schulkinder geben. Die Stadt ist aber bereit, den Kinderhort zu retten. Das berichtet das Tagblatt. (5. Mai 2019, Reto Voneschen)
Der private Hort im Riethüsli bietet derzeit Platz für maximal 16 Kinder. (Bild: Urs Bucher)

Der private Hort im Riethüsli bietet derzeit Platz für maximal 16 Kinder. (Bild: Tagblatt, Urs Bucher)

Das Riethüsli fühlt sich beim Ausbau der städtischen Tagesbetreuung für Schulkinder übergangen. Das hat in den vergangenen Monaten viel Diskussionsstoff geliefert, nicht nur im betroffenen Quartier. Stadtparlamentarierin Beatrice Truniger Blaser (SP) stellte in einer Interpellation Fragen zum Thema. Jetzt liegen die Antworten des Stadtrats vor.

Stadtrat will nicht von der Etappierung abrücken

Begeisterungsstürme werden diese Antworten im Riethüsli nicht auslösen. Der Stadtrat ist nämlich nicht bereit, von seiner ursprünglichen Planung abzurücken. Die vorgezogene Schaffung eines platzmässig unbeschränkten Angebots in der Tagesbetreuung (FSA+) kommt für ihn nach wie vor nicht in Frage. Die Etappierung der Einführung von FSA+ in allen Quartieren sei im Planungs- und im politischen Entscheidungsprozess nie in Frage gestellt worden. Und eine Etappierung sei aus Gründen «der politischen, baulichen, finanziellen und betrieblichen Machbarkeit» weiterhin nötig.

Die Stadt geht davon aus, dass es im Riethüsli im Schuljahr 2025/26 207 Schulkinder geben wird. Aufgrund von Erfahrungswerten geht sie weiter davon aus, dass für die Tagesbetreuung 104 Kinder angemeldet und 72 von ihnen am Spitzentag gleichzeitig auch anwesend sein werden. Fürs Riethüsli ist der Vollausbau gemäss der im Parlament diskutierten und gutgeheissenen Planung frühestens 2024/25 mit der Eröffnung des Schulhausneubaus geplant.

Eine vorgezogene Provisoriumslösung lehnt der Stadtrat wegen des Zeitbedarfs für deren Planung und Aufbau sowie wegen der Kosten ab. In seiner Antwort weist der Stadtrat auch darauf hin, dass es die Möglichkeit gibt, dass Kinder aus dem Riethüsli die Tagesbetreuung in anderen Schulquartieren besuchen.

Zusätzliche Unterstützung für den Kinderhort?

Reagieren will der Stadtrat auf die drohende Schliessung des bestehenden Kinderhorts im Riethüsli. Vor einem solchen Schritt wäre er bereit, mit der jetzigen oder einer neuen Trägerschaft über Massnahmen für die Aufrechterhaltung des Betriebs im bisherigen Umfang zu diskutieren. Allenfalls wäre die Stadt zudem bereit, über einen grösseren als den heutigen Unterstützungsbeitrag für den Hort (6400 Franken pro Jahr, Mieterlass für die Unterbringung) nachzudenken.

Falls der Hort damit nicht zu retten wäre, würde die Stadt prüfen, ob am bestehenden Standort Oberstrasse ein Mittagtisch mit Betreuung bis 18 Uhr (20 Plätze, samt Ferien) und ergänzend dazu irgendwo im Quartier eine nachschulische Betreuung von 15.20 bis 18 Uhr (beschränkte Plätze, an 39 Wochen ohne Ferien) angeboten werden könnte. Für ein solches Ergänzungsangebot rechnet der Stadtrat mit vorgezogenen Kosten von 280000 Franken.

Von |2019-05-06T06:47:53+00:00Mai 6th, 2019|Aktuelles, Politik|0 Kommentare

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